Sie wollen mehr Nachhaltigkeit in Ihrem Unternehmen?

Die Vielfalt an Standards und Themen ist jedoch überwältigend? Oder wollen Sie einfach nur mehr Informationen zum Thema Corporate Social Responsibility?

Kein Problem: hier finden Unternehmer, CSR-Verantwortliche und Visionäre aktuelle und spannende Beiträge unserer Experten rund um das Thema Ethik und Verantwortung bei Unternehmen.

Editorial

Entscheiden Richter statt Politiker über Klimaschutz?

Dr. Charlotte Schmitz, Freie Journalistin
30. April 2019
 
Sie wohnen an einer Straße mit hoher Feinstaubbelastung? Dann klagen Sie doch einfach wegen Verletzung Ihrer Menschenrechte. Eine zu hohe Belastung der Luft mit Feinstaub erhöht nachweislich das Risiko für Atemwegserkrankungen, Herzinfarkte und Lungenkrebs. Damit wird das Menschenrecht auf Leben und Gesundheit verletzt. In Artikel 2, Absatz 2 des Grundgesetzes ist das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit festgeschrieben.
 
Bereits 2008 – vor über zehn Jahren – hat der Europäische Gerichtshof beschlossen, dass deutsche Bürger einen »Aktionsplan gegen Feinstaubbelastung« einklagen können. Auslöser war ein Streit zwischen einem Münchner und der bayerischen Regierung um die Feinstaubbelastung auf dem vielbefahrenen Münchner Mittleren Ring. Bis heute liegt ein solcher Aktionsplan nicht vor.
 
Vielmehr verzögert die Bundesregierung effektive Maßnahmen für den Klimaschutz. Deshalb hat Ende vergangenen Jahres ein Bündnis bestehend aus Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND), dem Solarenergie-Förderverein Deutschland und mehreren privaten Einzelklägern eine Klage in Karlsruhe eingereicht, weil die Klimapolitik der Regierung die Grundrechte auf Leben, Gesundheit und Eigentum verletzt. Maßnahmen zur Begrenzung der Erderwärmung auf maximal 1,5 Grad seien nicht getroffen worden.
 
Es ist nicht neu, dass Deutschland der Verletzung von Menschenrechten beschuldigt wird. Amnesty International etwa kritisiert regelmäßig den Umgang mit Asylbewerbern und Flüchtlingen in Deutschland, Gewaltexzesse deutscher Polizisten sowie eine Mitverantwortung Deutschlands für Menschenrechtsverletzungen im Ausland, etwa beim Kampf gegen den Terror. Sozialverbände sehen die zunehmende Armut in Deutschland als Verletzung von Menschenrechten. Nun summiert sich der Mangel an Klimapolitik zu dieser Liste der Verstöße.
 
Eine weitere Klage gegen mangelnden Klimaschutz haben drei Biolandwirte mit ihren Familien gemeinsam mit Greenpeace eingereicht. Sie klagen ebenfalls an, die Regierung habe ihr Versprechen, den Ausstoß von Kohlendioxid bis 2020 zu begrenzen, nicht umgesetzt. Sie sehen dies als Verstoß gegen ihr Grundrecht auf Leben und Gesundheit, Berufsfreiheit und Gewährleistung von Eigentum. Diese Klage ist vor dem Verwaltungsgericht Berlin anhängig.
 
Damit werden politische Debatten vor Gerichte verlagert. Ein politisches Handeln der Bundesregierung wird vor Gericht eingeklagt. Dies sagt viel über die Stagnation der Politik in diesem Land aus.
 

Editorial

Zum Business Case für CSR

Fabian Eder, Nur Baute
04. April 2018
 
Es gehört zum Einmaleins in der CSR-Beraterszene: potenzielle Kunden davon zu überzeugen, dass sich die Einführung von CSR-Management, also das Managen der unternehmerischen Verantwortung, langfristig rentiert. Argumentiert wird mit positiven Auswirkungen auf die Reputation, besseren Bedingungen auf dem Kapitalmarkt oder einer höheren Attraktivität als Arbeitgeber. Obwohl der Business Case (»CSR lohnt sich«) durchaus in Unternehmen zur Anwendung kommt, ist dessen Voraussetzung für die Auseinandersetzung mit CSR Ausdruck einer betriebswirtschaftlichen Denkweise, die das Konzept der Verantwortung pervertiert und marktliberalen Dogmen unterwirft. mehr lesen

Editorial

R.I.P. Klimaschutzziele

Fabian Eder, Nur Baute
15. Januar 2018
 
Die Entscheidung der Sondierer von Union und SPD, die Klimaschutzziele für 2020 endgültig zu begraben, scheint nach dem Abschluss der Sondierungsgespräche als final. Abgesehen davon, dass dieses Signal für die europaweite Klimaschutzbewegung fatal ist, fußt es auf Argumentationslinien, die sich bei näherer Betrachtung schlicht und einfach nicht nachvollziehen lassen. mehr lesen

Editorial

Über die progressivsten CSR-Strategien

Fabian Eder, Nur Baute
02. Oktober 2017
 
Dass mittelgroße und große Unternehmen heutzutage Nachhaltigkeitsaktivitäten und -strategien verfolgen, ist mittlerweile keine Ausnahme mehr. Ein Großteil der Aktivitäten und Strategien lässt in den meisten Fällen den (limitierten) Horizont des eigenen Unternehmens als Anfangspunkt erkennen – vor allem in Form des Versuchs, die eigenen negativen Auswirkungen auf Umwelt, Gesellschaft et cetera zu minimieren. Sosehr derartige Bemühungen kurzfristig richtig und notwendig sein mögen – sie stützen langfristig den Erhalt eines in sich fehlerhaften Systems. Die progressivsten Nachhaltigkeits-Champions werden diejenigen sein, die als weiterführenden Schritt außerhalb der Sphäre ihrer eigenen negativen Einflüsse proaktiv einen Systemwandel forcieren und dafür Lobbyismus betreiben. mehr lesen

Editorial

CO2-Belastung: Über das Setzen von Prioritäten

Fabian Eder, Nur Baute
31. Juli 2017
 
Volkswagen präsentiert sein neues Umweltprogramm »Think Blue« und peilt dabei eine Reduktion der Umweltbelastungen in der Produktion um 45 Prozent bis 2018 an. Dass diese Maßnahme die Benennung der eigentlichen Problematik der Branche verfehlt, ist bezeichnend für einen fehlgeleiteten politischen Umgang mit der Automobilindustrie. mehr lesen

Editorial

Umgang mit Kinderarbeit – Rückzug als einzige Option?

Fabian Eder, Nur Baute
03. Juli 2017
 
Am 12. Juni war Welttag gegen Kinderarbeit. Speziell für im Ausland tätige Unternehmen ist das (indirekte) Ausnutzen von Kindern als Arbeitskräfte oft ein heikles Thema. Wie ist damit umzugehen, wenn klar wird, dass entlang der Wertschöpfungskette Kinder in Produktionsprozesse involviert sind? mehr lesen