Nutzen von branchenspezifischen Nachhaltigkeits-Initiativen

Um Themen nachhaltiger Unternehmensführung näher zu kommen, greifen Unternehmen immer häufiger auf die Teilnahme an Nachhaltigkeitsinitiativen zurück (Global Compact, Econsense, UPJ). Was diese Initiativen gemein haben, ist deren Offenheit für Unternehmen aller Branchen und Fachrichtungen. Für einige entsteht auf diese Weise der Mehrwert, unterschiedlichen Sichtweisen kennenzulernen. Andere sehen diese unspezifische Ausrichtung jedoch als zu oberflächlich an, da der Austausch von tiefergehendem Expertenwissen selten möglich ist.
 

Verschiedene Schwerpunkte je nach Branche

Genau aus diesem Grund bilden sich neuerdings nach und nach Initiativen, die versuchen, sich vor allem Bereichen zu widmen, die für die jeweiligen Branchen besonders relevant sind. Beispielsweise widmen sich Unternehmen der Branche Chemie traditionell anderen CSR-Schwerpunktbereichen als jene der Branche Tourismus. Auf diese Weise können Probleme in der Planung und Umsetzung von CSR-Aktivitäten gezielter besprochen und durch Erfahrungsaustausch wirksamer behandelt werden.
 

Durchblick im Lieferketten-Chaos

Einer der nennenswertesten Vorteile branchenspezifischer Initiativen ist das Zusammenkommen verschiedener Akteure entlang der Wertschöpfungskette einer Branche. Sollen Zulieferer überprüft werden, bekommen diese in der Regel einen Fragebogen, in dem die eigenen Daten zu CSR-Aktivitäten abgefragt werden. Selbst wenn diesen Unternehmen die abgefragten Daten vorliegen, unterscheiden sich die Fragebögen der Endabnehmer jedoch häufig in Form und Inhalt. Die Folge ist massiver bürokratischer Aufwand für Zulieferer, und im Falle von fehlenden Daten, die mangelhafte Aufbereitung für Endabnehmer im CSR-Bericht.
 
Um derartige Probleme zu lösen, haben sich Initiativen wie Together for Sustainability gegründet, wo sich Unternehmen der Branche Chemie zusammenschließen um gemeinsame Standards und Fragebögen für Zulieferer entwickeln, sowie ein allgemeines Bewertungsregister über deren CSR-Performance zu erstellen. So ist für alle Teilnehmer ersichtlich, welche Geschäftspartner hinsichtlich ihrer CSR-Performance zu empfehlen sind. Zulieferer erhalten hingegen die gleichen Anforderungen an die Transparenz der CSR-Aktivitäten, was ihren Aufwand geringer hält.
 

Auf die Inhalte kommt es an

Dass durch die Teilnahme an Nachhaltigkeitsinitiativen zwangsläufig konstruktive Weiterentwicklung in Unternehmen stattfindet, oder Rückschlüsse auf deren Verantwortungsbewusstsein gemacht werden können, muss natürlich kritisch hinterfragt werden. Speziell wenn es um freiwillige Selbstverpflichtung ohne Überprüfung der eigentlichen Aktivitäten geht, können derartige Initiativen oftmals als einfacher Weg zum Green- oder Bluewashing missbraucht werden. Für Unternehmen, die ihre CSR-Aktivitäten ausbauen wollen, bieten einige Initiativen durch das Aufzeigen von Ansatzmöglichkeiten und die Erfahrung anderer Teilnehmer jedoch durchaus spannende Möglichkeiten.
 
Ausgewählte Initiativen nach Branche
 
Tourismus: Futouris
Chemie: Chemie hoch 3, Together for Sustainability
Zement: Zement verbindet nachhaltig, Cement Sustainability Initiative
Kakao: Initiative des BDSI zur Nachhaltigkeit im Kakaosektor
Automobil & Maschinenbau: Blue Competence
Ernährung: Nachhaltigkeitsinitiative des BVE
Palmöl: Roundtable for Sustainable Palmoil
Kohle & Energie: Better Coal Initiative
Handel: Business Social Compliance Initiative (BSCI)
Textil: Sustainable Apparel Coalition, Bündnis für nachhaltige Textilien
Schifffahrt: Sustainable shipping Initiative
Beschaffung: Railsponsible
Fischerei: Global Salmon Initiative
Rohstoffabbau: Initiative for Responsible Mining Assurance


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