Tools zum Erkennen von sozialen Risiken in der Lieferkette

Das Lieferkettenmanagement zählt für viele NachhaltigkeitsmanagerInnen und –expertInnen als eine der größten Herausforderungen im Bereich des Nachhaltigkeitsmanagements. Je größer die Anzahl der Zulieferer, desto höher der nötige Aufwand, um die Zustände in der Lieferkette zu untersuchen, managen und schließlich auch zu verbessern. Zudem gibt es in den wenigsten Fällen Blaupausen für die genaue Herangehensweise, da diese je nach Branche in der Regel unterschiedlich ausfällt. Speziell Unternehmen, die erste Schritte im Lieferkettenmanagement gehen möchten und keine umfassenden Ressourcen zur Verfügung haben, gibt es jedoch verschiedene Tools, die beim Einstieg helfen und Orientierung geben, auf welche Aspekte geachtet werden sollte. Zwei offen zugängliche Hilfsmittel soll dieser Artikel vorstellen.
 

Das Responsible Sourcing Tool (RST)

Auf der Homepage des RST können sich Interessierte Informationen in zweierlei Hinsicht besorgen: Einerseits über Möglichkeiten, die Lieferkette zu managen, andererseits über Visualisierungen, wo entlang der Lieferkette weltweit welche Lieferkettenrisiken wahrscheinlich sind. Über den Reiter »Worker Protection« finden BesucherInnen Einzelheiten zu Verhaltensrichtlinien, Benchmarks für die Personalführung oder Tipps zur Bewertung und Überprüfung von Zulieferern. Zu jedem der vorgeschlagenen Dokumente werden Templates angeboten, beispielsweise wie eine Vorlage für einen Fragebogen zur Selbstbewertung von Zulieferern aussehen könnte. Unter dem zweiten Hauptreiter, »Explore Risks«, werden BesucherInnen Informationen zu gängigen Risiken von verschiedenen Branchen geboten. Interessant ist dabei die Visualisierung, die eine Karte anzeigt, auf der je nach Branche oder gehandeltem Gut abgebildet ist, mit welchen Risiken in welchen Ländern zu rechnen ist. So zeigt die Branche »Agriculture« mit der Ware Kaffee auf, dass beispielsweise in Mexiko oder der Elfenbeinküste im Kaffeeanbau mit Kinder- oder Zwangsarbeit zu rechnen ist. Unternehmen, die in diesen Branchen oder Regionen tätig sind, bekommen so also eine erste Warnung, dass mit erhöhter Vorsicht agiert werden sollte.
 

Der Commodity Atlas

Einen produktbezogenen Ansatz zur Verdeutlichung von möglichen Lieferkettenrisiken verfolgt auch der von Verité entwickelte Commodity Atlas. Dieser bietet Interessierten Informationen zu denjenigen Rohstoffen, bei deren Erzeugung und Handel weltweit am wahrscheinlichsten Menschenrechtsverletzungen erfolgen. So werden pro Rohstoff Regionen angezeigt, in denen immer wieder mit Kinder- oder Zwangsarbeit zu rechnen ist. Zusätzlich bietet der Atlas weiterführende Details über Mechaniken der Menschenrechtsverletzungen in den jeweiligen Branchen. So wird beispielsweise erklärt, inwiefern Kinderarbeit in der Baumwollproduktion auftreten kann, wie sich die Zwangsarbeit dort äußert und wie Unternehmen davon betroffen sein könnten. Cases zum Umgang mit der Thematik sowie weiterführende Links zu Erklärvideos runden das Angebot des Commodity Atlas als Informationsplattform ab.


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